Wenn Menschen im Hospiz ankommen, passiert manchmal etwas Unerwartetes.
In der aktuellen Ausgabe der Evangelischen Zeitung (Nr. 11 / 8. März 2026) ist ein lesenswerter Artikel über das Hospiz Sinus Othmarschen erschienen. Die Journalistin Johanna Tyrell beschreibt darin, was geschieht, wenn Menschen hierherkommen – oft nach langen Krankheitswegen, nach Monaten oder Jahren des Kämpfens.
Viele Angehörige haben in dieser Zeit alles getragen: Entscheidungen, Gespräche mit Ärzten, Hoffnung und Angst. Härte kann dabei zu einer Art Schutz werden.
Und dann verändert sich etwas.
Im Hospiz lassen viele Menschen zum ersten Mal los, was sie so lange zusammengehalten hat. Die Anspannung weicht. Manche schlafen erstmals wieder durch. Manche beginnen zu erzählen. Manche werden einfach still.
Unser Geschäftsführer und Hospizleiter Matthias Bähr erlebt diesen Moment immer wieder:
Wenn aus Härte langsam Weichheit wird.
„Es gibt diese Augenblicke, in denen Menschen plötzlich ganz weich werden. Das sind die Momente, die ich als Glück in meiner Arbeit bezeichnen würde“, sagt unsere Sozialpädagogin Kristina Müller.
Der Soziologe Hartmut Rosa nennt solche Augenblicke „Resonanzmomente“ – Momente, in denen Menschen einander wirklich erreichen. Sie lassen sich nicht planen oder erzwingen. Aber sie entstehen dort, wo jemand zuhört, Raum gibt und aushält.
Hospizarbeit bedeutet genau das:
Da sein.
Zeit haben.
Nähe zulassen.
Und Menschen auf ihrem letzten Weg so zu begleiten, dass aus einem Abschied auch ein Ankommen werden kann.
Danke an die Evangelische Zeitung für diese einfühlsame Reportage über unsere Arbeit.
Foto: Johanna Tyrell
