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Neues aus unseren Häusern

Ein Abend, der bleibt – Eindrücke von der Ausstellungseröffnung „Im Angesicht.“

Am 23. September 2025 durften wir im Altonaer Museum gemeinsam einen Abend erleben, der uns lange in Erinnerung bleiben wird. Die feierliche Eröffnung unserer Ausstellung „Im Angesicht. Porträts aus dem Hospiz Sinus“ war nicht nur ein voller Erfolg – sie war ein bewegender Moment des Innehaltens, des Austauschs und der Menschlichkeit.

Rund 100 Gäste waren gekommen: Angehörige, Freunde, Mitarbeitende, Unterstützerinnen und Unterstützer – Menschen, die uns und unsere Arbeit seit vielen Jahren begleiten oder neu kennenlernen wollten. Schon beim Eintreten war zu spüren, dass dieser Abend etwas Besonderes sein würde: Die Porträts strahlten den Besucherinnen und Besuchern entgegen – warm, ehrlich, nah. Sie erzählten Geschichten aus einer Lebensphase, die selten öffentlich sichtbar wird und doch jeden Menschen betrifft.

Die Eröffnung begann mit einer herzlichen Begrüßung durch Prof. Dr. Anja Dauschek, Direktorin des Altonaer Museums. In ihrer Ansprache betonte sie, wie wichtig es sei, Projekten wie diesem Raum zu geben – eine Bühne, auf der Hospizarbeit, Menschlichkeit und die Fragen des Lebens sichtbar werden dürfen. Ihr Dank und ihre Anerkennung für die Arbeit unseres Teams berührten viele der Anwesenden.

Im Anschluss sprach Matthias Bähr, Geschäftsführer und Hospizleitung des Hospiz Sinus Othmarschen. Seine Worte spiegelten das Herz der Ausstellung wider: Dass es nicht darum geht, die porträtierten Menschen vollständig zu erklären – sondern ihnen zu begegnen. Dass diese Fotos und Aussagen eine Einladung sind, sich mit den großen Fragen des Lebens auseinanderzusetzen: Was bedeutet die eigene Endlichkeit? Was macht Angst – und was kann Mut schenken? Er erinnerte daran, dass der Tod uns alle betrifft und dass es Zeit ist, die Tabus zu brechen, die Angst zu nehmen und das Sterben als Teil des Lebens zu verstehen.

Fotos: Karl-Heinz Warnstedt

Matthias Bähr dankte der Fotografin Karin Brodowsky, deren sensible Porträts das Herz der Ausstellung bilden. Sie schafft es, Menschen in ihrer letzten Lebensphase so zu zeigen, wie sie sich zeigen wollten: warm, wahrhaftig, mit Würde.

Besonderer Dank ging an Tanja Aminata Bah, die im Rahmen des Projektes 360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft der Kulturstiftung des Bundes diese Ausstellung möglich gemacht hat.
Und an alle, die – sichtbar oder im Hintergrund – dazu beigetragen haben, dass aus einem Herzensprojekt eine vollständige, tiefgreifende Ausstellung wurde.

Die besondere Atmosphäre bot zudem den passenden Rahmen, um sechs Kolleginnen zu ehren, die seit vielen Jahren mit Engagement, Empathie und tiefem menschlichen Einsatz das Hospiz Sinus mitgestalten.

Für ihr 20-jähriges Dienstjubiläum wurden ausgezeichnet:

  • Ingelore Robitzki-Duchow
  • Birgitta Möker
  • Katja Röhlk
  • Kathrin Asmussen

Für ihr 15-jähriges Dienstjubiläum:

  • Christin Dittrich
  • Birgit Wegner

Der Applaus war lang anhaltend – ein sichtbares Zeichen der Dankbarkeit für ihren unermüdlichen Einsatz.

Nach den Reden füllte sich der Saal schnell mit lebhaftem Gespräch, herzlichen Wiedersehen und neugierigen Blicken auf die Porträts.

Viele Angehörige der porträtierten Gäste waren gekommen und standen lange vor den Bildern ihrer Liebsten. Es waren Momente des Erinnerns, des Trostes, des Stolzes – und oft auch der stillen Nähe.

Die Besucherinnen und Besucher kamen miteinander ins Gespräch, teilten Gedanken, erzählten von ihren eigenen Erfahrungen und von dem, was die Porträts in ihnen ausgelöst hatten. Es war ein Abend, der zeigte: Diese Ausstellung berührt. Sie öffnet Türen. Sie lädt ein, sich dem Thema Sterben auf eine neue, menschliche Weise zu nähern.

Fotos: Karl-Heinz Warnstedt

Wir blicken dankbar zurück auf eine gelungene Eröffnung und freuen uns über jede einzelne Begegnung an diesem Abend.

Wer die Eröffnung verpasst hat, ist herzlich eingeladen, die Ausstellung bis zum 26. Januar 2026 im Altonaer Museum zu besuchen. Der Eintritt ist kostenfrei.

Im Angesicht des Lebens – und des Sterbens – liegt oft die größte Wahrheit.
Wir freuen uns, wenn Sie sich die Zeit nehmen, ihr zu begegnen.