Am 14. Februar 2026 fand zum vierten Mal fand unsere gemeinsame Veranstaltungsreihe „Kunst & Kompass“ mit dem Bucerius Kunst Forum statt – und erneut war der Raum gefüllt: mit Menschen, mit Aufmerksamkeit, mit einer spürbaren Bereitschaft, sich einzulassen.
Im Mittelpunkt des Abends stand die Ausstellung „Kinder, Kinder!“. Eine vielschichtige, klug zusammengestellte Schau über Kindheit als gesellschaftliche Idee, als Projektionsfläche, als verletzlichen Zustand. Zwischen historischen Kinderporträts, Fotografien und Skulpturen entfalten sich Fragen nach Nähe, Schutz, Verlust und Erwartung – und danach, wie sehr sich Bilder von Kindheit verändern, während existenzielle Erfahrungen bleiben.
Gemeinsam mit Dr. Sophie-Charlotte Opitz, Kuratorin des Bucerius Kunst Forums, bewegten wir uns durch die Ausstellung. Ihre präzisen Einordnungen und offenen Fragen machten die Kunst nicht erklärend, sondern anschlussfähig: für Gespräche über Leben und Tod, über Zuschreibungen und Rollen, über Übergänge und das, was sich nicht festhalten lässt.
Matthias Bähr, Geschäftsführer des Hospiz Sinus Othmarschen, brachte die Perspektive des Hospizes ein – ruhig, klar und nah an der Erfahrung. Immer wieder wurde deutlich, wie sehr sich Kunst und Hospizarbeit in einem Punkt berühren: im Aushalten von Ambivalenz, im Ernstnehmen von Endlichkeit, im bewussten Verweilen statt vorschnellem Weitergehen.
Zum ersten Mal begleitete Jara Bihler den Abend. Offen und reflektiert sprach sie über ihre Arbeit als Schauspielerin, über Leidenschaft, Disziplin und den Alltag im Theater – und über die Notwendigkeit, Rollen nicht mit ins eigene Leben zu nehmen. Gerade im Theater, wo Stücke über Jahre hinweg gespielt werden, braucht es diese bewusste Trennung, um beweglich zu bleiben.
Sie erzählte von Kostümen, Körpern und Figuren, von Nähe und Distanz, von der Verantwortung, Geschichten glaubwürdig zu verkörpern, ohne sich selbst darin zu verlieren. Ihr Blick auf die junge Generation im Theater war frisch, klar und wohltuend uneitel.






So entstand ein Abend, der weniger Antworten suchte als Resonanz. Einer, an dem Menschen gemeinsam vor Bildern standen, innehielten, fragten und weiterdachten.
Wir danken Jara Bihler sehr herzlich für ihre Präsenz und ihre kluge Art zu erzählen – ebenso dem Bucerius Kunstforum für diese erneut so gelungene Zusammenarbeit.
„Kunst & Kompass“ bleibt ein Ort für Gespräche zwischen Kunst und Leben. Und für das, was sich zeigt, wenn man sich Zeit nimmt hinzusehen.