Am 12. September war es endlich so weit: Die zweite Metalkirche ließ die Wände der Heilandskirche in Winterhude-Uhlenhorst wackeln! Und es sollte ein Abend voller Begegnungen und gemeinschaftlicher Freude werden. Aber der Reihe nach:
Los ging es – nach einer kurzen Begrüßung durch Sabina Classen (Ex Holy Moses, Temple of Absurd), Sara Burghoff (gastgebende Pastorin) und Matthias Bähr (Hospiz Sinus Othmarschen) – mit der ersten Band des Abends: Last Turion. Das Besondere: Die Band spielte ihr erstes Livekonzert nach 30 Jahren an diesem Abend, und begeisterte die knapp 450 Besuchenden mit ihrem Progressive-Metal. Stark!
Im Anschluss las Oliver Uschmann (Autor und Trauerredner) aus seinen Romanen „Bis zum Schluss“ und „Logout“. In seinen Geschichten verband Oliver Uschmann Situationskomik, wie sie in einem Hospiz immer mal wieder stattfinden, mit Tiefgang und Ernst. Absolute Leseempfehlung!
Dann wurde es wieder laut – und auch folkloristisch, denn: Tri State Corner verbinden seit nunmehr 20 Jahren modernen Rock mit griechischen Einflüssen, sowohl textlich („Ela Na This“) als auch musikalisch (Bouzouki). Sänger Lucky führte nicht nur mit seinem charismatischen Gesang, sondern auch mit seiner freundlich-emphatischen Art durch das Set: Ganz großes Entertainment!
Matthias Bähr vom Sinus-Hospiz steuerte dann einen kurzen, aber eindrücklichen Impuls zum Thema Leben, Sterben, Tod, Trauer und Hoffnung im Hospiz bei, bevor sich das Podium (bestehend aus der Pastorin Sara Burghoff, Matthias Beichter von Metality, Oliver Uschmann und Matthias Bähr, moderiert von Sabina Classen) dann unter der Überschrift „Von Trauer zu Power“ um Möglichkeiten von Unterstützung und Trost austauschten. Auch das Publikum zeigte sich sehr interessiert, und steuerte hochemotionale Aussagen zur Gesprächsrunde bei. Gänsehaut!
Zum Abschluss hatten sich alle wieder bodenständigen und ehrlichen Metal verdient: Den ersten Aufritt in Norddeutschland der neuen Band „Fearless V“ (die dem kundigen Publikum aber als die ehemaligen Musiker von „Primal Fear“ bekannt sind). Und die Herren zeigten sich von ihrer besten und lautesten Seite: Welch ein krönender Abschluss!
Idee und Ziel der Veranstaltung war es, Menschen aus unterschiedlichen Lebenswelten zusammen zu bringen, damit sie mit und weniger übereinander reden. Wie im normalen Leben waren an diesem Abend viele Emotionen spürbar: Trauer, Ernsthaftigkeit, Hoffnung, Freude, Spaß und Lebenslust … Und auch wenn der Abend für einige zu laut gewesen sein dürfte – die Möglichkeit der Begegnung und des Austauschs wurden auf berührende Art und Weise genutzt: „Wundern gibt es eben immer wieder“!
Auszüge aus dem ausgelegten Buch
„Ich wünschte, meine Eltern könnten das noch sehen. Sie sind erst vor kurzem verstorben“
„Superschöne Idee so eine Veranstaltung zu machen. Danke!“
„In Erinnerung an meinen Vater, der 2020 im Hospiz Volksdorf verstarb. In Hospizen wird sehr wertvolle Arbeit geleistet. Danke!“
„In Erinnerung an meine Eltern (…). Sicherlich geht es euch jetzt gut und ihr schaut auch auf dieses tolle Event. Super Mucke, nette Leute. Ich denke jeden Tag an Euch!“
„Ich wünschte, alle Menschen hätten die Möglichkeit, umgeben von Herzlichkeit, Freundlichkeit, Verständnis und Humor zu sterben. Meine Mutter haben wir in einem Hospiz oft besucht: Stunden der Nähe, der Freude und Zufriedenheit über einen gemeinsamen Weg!“
„Vielen Dank für so einen wertvollen Abend! Ich darf es sehr genießen, Kirche & Metal, beides passt zusammen! Danke allen!“
Musik als Unterstützung in Krisen
Lieder aus der Rubrik „Welche Songs haben Dir schon einmal in einer Krise geholfen?“ gibt es bei Spotify und demnächst bei Qobuz unter „Nacht der Kirchen – Metalkirche 2026“. Hört mal rein!
Unser Dank geht an
Last Turion, Tri State Corner, Fearless V, die LuckyBob-Familie, die Crew von Cobrasound, die Kirchengemeinde Winterhude-Uhlenhorst, das Metality Chapter Hamburg, Mareile Rösner von der Telefonseelsorge Hamburg, Nina von Ohlen vom Hamburger Netzwerk für Suizidprävention, das Team des Wünschewagen Hamburg, Susanne Tiedemann und Anneke Krüger, das Team der Security, das Team der Freiwilligen von „Kurz und Gut“, Gudrun Hoppe, sowie Silke Baak, Anja Singer und Karin Brodowsky vom Sinus-Hospiz Othmarschen.
Unser ganz besonderer Dank geht an Daniel Wagner, Sara Burghoff, Olaf Harning, Lucky und Lisa Maniatopoulus, Sabina Classen, Oliver Uschmann, Matthias Beichter, Hanna Bähr, Ute Bähr, Ursel Bähr: Ohne Euch hätte diese Veranstaltung nie funktioniert!
Und natürlich ein herzliches Dankeschön an alle, die diesen Abend durch ihre Freundlichkeit, ihre Offenheit und ihre Herzlichkeit bereichert haben: Ohne Euch würde so ein Format nie funktionieren, und es war uns ein Fest, mit Euch diesen besonderen Abend genießen zu können!!!
Ein besonderer Dank geht außerdem an Karin Brodowsky für die großartigen Fotos, die die besondere Atmosphäre dieses Abends eingefangen haben.
Fotos: Karin Brodowsky

Matthias Bähr mit der Band Last Turion
Warum Metal, Kirche und Hospiz zusammenpassen – Matthias Bähr im Interview
Was haben Heavy Metal, Kirche und Hospizarbeit gemeinsam? Auf den ersten Blick vielleicht nicht viel – auf den zweiten erstaunlich viel. Matthias Bähr, Geschäftsführer und Hospizleitung des Sinus Othmarschen, ist selbst Metal-Fan und Mitorganisator der diesjährigen Metalkirche bei der Nacht der Kirchen.
Im Interview erzählt er, warum Tod, Trauer und Trost auch in der Metal-Welt eine große Rolle spielen und wie Musik dabei helfen kann, mit Krisen und Verlust umzugehen. Es geht um düstere Musik, Gemeinschaft, musikalische Helden – und darum, was passieren kann, wenn ganz unterschiedliche Lebenswelten aufeinandertreffen.







































